Falsch verstandener Verbraucherschutz

20.07.2010

Volksbank Bigge-Lenne: Direktbanken sollten selbst mehr Automaten aufstellen.

Der Vorstandssprecher der Volksbank Bigge – Lenne ist sauer. Während Verbraucherschützer am liebsten Fremdabhebungen an Geldautomaten der Sparkassen und Volksbanken kostenlos haben würden und Direktbankkunden munter die geschaffene Infrastruktur wie selbstverständlich nutzen, hat Peter Kaufmann kein Verständnis für die Haltung der Bundesregierung, die die Gebühren für Fremdabhebungen deckeln möchte. Kaufmann: „Richtig verstandener Verbraucherschutz ist es, die Direktbanken aufzufordern selbst mehr Automaten aufzustellen. Dann können deren Kunden ebenfalls kostenfrei auf den Service zurückgreifen“.

Es gehe nicht an, so Kaufmann in einer Stellungnahme weiter, dass von den Sparkassen und Volksbanken geschaffenes Eigentum per Gesetz sozialisiert werde. Kaufmann: „Das ist etwa so, als wenn sie für ihre Familie ein schönes Bad eingerichtet haben und die Nachbarn kommen kostenlos duschen, weil sie zu geizig sind, sich selbst eine Dusche zu bauen, oder ein Kunde beim Discountbäcker seine Billigbrötchen kauft und der Bäcker aus dem Dorf soll ihm kostenlos dafür eine Tüte geben. Das geht einfach nicht.“ 

Geldversorgung vor Ort sicher stellen

Für Kaufmann läuft die Diskussion und die Kritik zu einseitig, denn sie berücksichtige nicht die schon eingetretene Wettbewerbsverzerrung. Würden sich Verbraucherschützer und Bundesregierung mit ihrer Forderung nach einer Höchstgebühr durchsetzen, werde die weiter verstärkt. Kaufmann: „Geradezu zynisch ist es, wenn ausgerechnet das Tochterunternehmen einer vom Steuerzahler mit Milliarden gestützten ausländischen Bank, kostenlos unsere Einrichtungen nutzen will und einen fehlenden Zugang dann als Wettbewerbsverzerrung bezeichnet“.. Mit drei von vier Geldautomaten seien es die Sparkassen und Volksbanken, die als Serviceleistung für ihre Kunden gerade im ländlichen Raum die Geldversorgung vor Ort  sicherstellen. Wenn dieses kostenintensive Angebot von fremden Banken genutzt werde, müssten entweder sie oder deren Kunden dafür zahlen. Kaufmann: „Schließlich ist kein Verbraucher gezwungen, ein Konto bei einer Direktbank zu unterhalten“.

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